FILMTalk

FILMTALK 60plus: Wenn der Herbst naht

17. April @ 17:00 17:45

FILMTALK 60plus mit kostenfreien Streaminglink

Wenn der Herbst naht
2024, Frankreich, Drama / Thriller, Regie: François Ozon, Kinostart: September 2025

Entdecke den FILMTALK 60plus – wir bringen das Kino und interessante Filmgespräche direkt nach Hause.

Zum Film: Michelle genießt ihren Ruhestand in einem burgundischen Dorf, nah bei ihrer langjährigen Freundin Marie-Claude und voller Vorfreude auf Zeit mit ihrem Enkel. Als ihre Tochter Valérie zu Besuch kommt, serviert Michelle versehentlich giftige Pilze. Der Vorfall lässt das ohnehin angespannte Verhältnis eskalieren. Als kurz darauf Marie-Claudes Sohn aus dem Gefängnis entlassen wird, entsteht eine unerwartete Konstellation, die Hilfe verspricht und zugleich neue Unsicherheiten auslöst. Ozon spinnt daraus ein spannungsgeladenes Familienporträt, in dem nie ganz klar ist, was Zufall, Schuld oder Absicht ist.

Warum widmet sich der FilmTALK60plus am 17.4.2026 diesem Film?

Der Film Wenn der Herbst naht stellt eine ältere Protagonistin in den Mittelpunkt und erzählt mit feinem Gespür vom Älterwerden, von familiären Beziehungen und von den stillen Veränderungen, die eine neue Lebensphase mit sich bringt. Gerade diese Perspektive macht den Film für unseren FILMTALK 60plus besonders interessant. Der Film zeigt, dass das Leben auch im späteren Abschnitt komplex, widersprüchlich und voller neuer Fragen bleibt. Themen wie Generationenbeziehungen, Vertrauen, Einsamkeit und die Bedeutung von Freundschaft im Alter berühren viele Menschen jenseits der 60 unmittelbar.

Moderation: Christa Jordan, FILM Beirat60plus
Co-Moderation: Sabine L. Distler, Curatorium Altern gestalten

Hinweis: Der FILMTALK 60plus ist ein moderiertes bundesweites Online-Format speziell für Menschen 60plus – offen, lebendig und auf Augenhöhe. Es sind keine Vorkenntnisse erforderlich – Freude am Filmgenuss und Interesse an der Auseinandersetzung des Filmstoffs genügen! Auch wer lieber zuhören möchte, ist herzlich willkommen. Wichtig: Für diese Veranstaltung stehen nur 50 exklusive Streaminglinks zur Verfügung!

So funktioniert der FILMTALK 60plus

Anmeldung: Eine Registrierung online, per E-Mail (dialog@alterngestalten.de) oder telefonisch (09152-92 88 400) genügt. Der Streaminglink und die Teilnahme am Filmgespräch ist kostenfrei.

Film-Link erhalten: Etwa fünf Tage vor dem Termin kommt ein exklusiver und kostenfreier Link, um den ausgewählten Film zuhause über eine Mediathek oder eine andere Plattform anzusehen.

Film in Ruhe anschauen: Der Film kann entspannt und im eigenen Tempo angesehen werden. Gedanken, Fragen oder Lieblingsszenen lassen sich bei Bedarf notieren.

Zugang zum FILMTALK: Am Veranstaltungstag steht vormittags der Zoom-Zugangslink bereit. Die Online-Diskussion beginnt um 17:00 Uhr.

Gemeinsam diskutieren: Beim FILMTALK 60plus entsteht ein Austausch mit Filmbegeisterten aus ganz Deutschland. Christa Jordan begleitet das Gespräch und sorgt für eine offene, angenehme Atmosphäre.

Aufzeichnung: Der FILMTALK 60plus wird aufgezeichnet und in Form eines Zusammenschnitts anderen Filminteressierten zur Verfügung gestellt.

Wir freuen uns auf eine anregende Diskussion und Ihre Gedanken zum Film.

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Veranstalter

FILMTALK 60plus: Ausgsting

27. März @ 17:00 17:45

FILMTALK 60plus mit kostenfreien Streaminglink

AUSGSTING
Deutschland 2025, Dokumentarfilm, 94 Min., Regie: Julian Wittmann

Entdecke den FILMTALK 60plus – wir bringen das Kino und interessante Filmgespräche direkt nach Hause.

Am 27. März 2026, 17 Uhr setzen wir unsere FILMTALK-Reihe fort über den deutschen Dokumentarfilm AUSGSTING von Regisseur Julian Wittmann, der erst im August 2025 in die Kinos kam.

Der Film folgt einer radikalen Idee: raus aus Alltag und Erwartungsdruck, hin zu einem Leben nach eigenen Regeln. Filmemacher Julian Wittmann sucht nach einer Antwort darauf, was „wahre Freiheit“ sein kann und trifft dabei auf Wolfgang „Gangerl“ Clemens, ein bayerisches Original, über 80 Jahre alt, seit Jahrzehnten ausgestiegen und mit seiner Segelyacht auf den Weltmeeren unterwegs. Drei Monate begleitet er ihn und merkt: Freiheit klingt einfach, ist aber nichts, was einem geschenkt wird.

Warum widmet sich der FilmTALK 60plus diesem Film?
Der Film eröffnet ein Gespräch darüber, was „Aussteigen“ heute überhaupt bedeuten kann. Muss es die große Flucht sein – oder geht es vielmehr darum, sich Freiräume zu schaffen, Prioritäten neu zu setzen und dem eigenen Leben noch einmal eine andere Richtung zu geben? Die Geschichte lädt dazu ein, über Selbstbestimmung, Sehnsüchte und neue Lebensentwürfe ins Gespräch zu kommen – genau das macht sie für unser Publikum besonders spannend.

Moderation: Christa Jordan, FILM Beirat60plus
Co-Moderation: Sabine L. Distler, Curatorium Altern gestalten

Hinweis: Der FILMTALK 60plus ist ein moderiertes bundesweites Online-Format speziell für Menschen 60plus – offen, lebendig und auf Augenhöhe. Es sind keine Vorkenntnisse erforderlich – Freude am Filmgenuss und Interesse an der Auseinandersetzung des Filmstoffs genügen! Auch wer lieber zuhören möchte, ist herzlich willkommen. Wichtig: Für diese Veranstaltung stehen nur 50 exklusive Streaminglinks zur Verfügung!

So funktioniert der FILMTALK 60plus

Anmeldung: Eine Registrierung online, per E-Mail (dialog@alterngestalten.de) oder telefonisch (09152-92 88 400) genügt. Der Streaminglink und die Teilnahme am Filmgespräch ist kostenfrei.

Film-Link erhalten: Etwa fünf Tage vor dem Termin kommt ein exklusiver und kostenfreier Link, um den ausgewählten Film zuhause über eine Mediathek oder eine andere Plattform anzusehen.

Film in Ruhe anschauen: Der Film kann entspannt und im eigenen Tempo angesehen werden. Gedanken, Fragen oder Lieblingsszenen lassen sich bei Bedarf notieren.

Zugang zum FILMTALK: Am Veranstaltungstag steht vormittags der Zoom-Zugangslink bereit. Die Online-Diskussion beginnt um 17:00 Uhr.

Gemeinsam diskutieren: Beim FILMTALK 60plus entsteht ein Austausch mit Filmbegeisterten aus ganz Deutschland. Christa Jordan begleitet das Gespräch und sorgt für eine offene, angenehme Atmosphäre.

Aufzeichnung: Der FILMTALK 60plus wird aufgezeichnet und in Form eines Zusammenschnitts anderen Filminteressierten zur Verfügung gestellt.

Wir freuen uns auf eine anregende Diskussion und Ihre Gedanken zum Film.

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Veranstalter

FILMTALK 60plus: Dann passiert das Leben


Im FILMTALK 60plus diskutieren wir den Film „Dann passiert das Leben“ von Neele Vollmar – ein still erzähltes Drama über Hans und Rita, die nach über 35 gemeinsamen Jahren zwar ein Zuhause teilen, aber kaum noch Verbindung zueinander spüren. Zwischen Routinen, Schweigen und festgefahrenen Rollen entsteht ein Alltag, der mehr Abstand als Nähe kennt. Als ein nächtlicher Unfall mit tödlichem Ausgang alles aufreißt, geraten Schuld, Trauer und Angst an die Oberfläche und setzen auch die bevorstehende Pensionierung als Wendepunkt unter Druck. Zentrale Meinung der FILMTALK-Runde war: Der Film ist mal stärker, mal schwächer gelungen, greift aber die Herausforderungen rund um den Renteneintritt auf eine wichtige, treffende und realistische Weise auf.


Pension – und jetzt?

Hans wird als frisch pensionierter Schuldirektor gefeiert, Rita dagegen wirkt unerfüllt und unversöhnt mit ihrem Lebensweg. Der gemeinsame Sohn Tom ist längst ausgezogen, das Haus ist still, der Alltag eingespielt. Was nach Ruhe aussehen könnte, kippt jedoch in Unbehagen. Statt Vorfreude auf gemeinsame Zeit breiten sich Unsicherheit und eine leise Angst aus: Was bleibt, wenn die Arbeit als Abstandshalter wegfällt? Rita hält an dem fest, was sie kennt. Veränderungen blockt sie ab, als wäre jede Abweichung ein Angriff auf die fragile Ordnung.

Dann kommt es in einer Nacht zu dem Unfall: Rita sitzt am Steuer, ein Mann stirbt. Dass er stark alkoholisiert war, mindert für sie nichts – im Gegenteil, die Schuldgefühle werden zum dominierenden Zustand. Sie sucht nach Wegen, das Unfassbare einzuordnen, während Hans eher nach vorn will, weg aus der Schwere, hinaus aus dem Stillstand. Zwischen diesen gegensätzlichen Reaktionen gerät die Beziehung endgültig unter Druck. Der Film folgt dieser Zerreißprobe konsequent. 


Das FILMTALK-Gespräch – Sympathien, Sprachlosigkeit und Kontroverse

Nach der kurzen Einführung durch das Team von FILMTALK 60plus führte Christa Jordan durch die Runde. Die Diskussion löste sich schnell von der reinen Inhaltswiedergabe und ging in Fragen über, die der Film fast zwangsläufig aufwirft: Wie entsteht Entfremdung über Jahre? Warum bleibt man, obwohl man sich kaum noch erreicht? Und was macht es mit einem, wenn ein Paar erst durch ein Unglück wieder ins Fühlen kommt?

Auffällig war, wie stark die Sympathien wanderten. Einige Teilnehmende waren zu Beginn klar auf Ritas Seite: als verletzte, betrogene, übergangene Frau. Im Verlauf kippte das bei manchen – Rita wurde als diejenige beschrieben, die ihre Unzufriedenheit in Kritik und Daueranklage übersetzt, während Hans in der zweiten Filmhälfte differenzierter und zugewandter wirkte. Andere hielten dagegen: Gerade Ritas Härte sei auch als Schutzpanzer lesbar, hinter dem sich Einsamkeit und Selbstentwertung verbergen.

Emotional am häufigsten benannt wurden zwei Dinge: die Sprachlosigkeit und die Einsamkeit. Mehrere Beiträge beschrieben das Schweigen als kaum auszuhalten, fast körperlich bedrückend – und gleichzeitig als erschreckend realistisch. Besonders eindrücklich fanden viele, wie der Film diese innere Kälte über Räume und Details spiegelt: das dunkle Haus, die Rollläden, das „Gefangensein“ im Alltag. Einzelne Szenen wurden als Wendepunkte hervorgehoben: das gemeinsame Sitzen vor dem Haus, der Tanz, und vor allem Hans’ Satz, er hätte lieber selbst den Unfall verursacht – für einige ein stiller, radikaler Ausdruck von Liebe und Mittragen.

Kontrovers blieb das Ende. Auch dramaturgisch gab es Kritik: Manche empfanden bestimmte Szenen als „gesetzt“ oder unlogisch und wünschten sich mehr Hintergrund zu Rita und zur Beziehungsgeschichte. Unterm Strich blieb dennoch die gemeinsame Einschätzung: Der Film ist unbequem, aber gerade dadurch ein starker Anlass, über Beziehungsmuster, Altern, Rollen und das zu späte Sprechen nachzudenken.


 Ein Film, der nacharbeitet

In der FILMTALK-Runde blieb vor allem eines hängen: wie nah „Dann passiert das Leben“ an Erfahrungen heranrückt, die viele aus dem eigenen Umfeld kennen. Hans und Rita wurden nicht als „gute“ oder „schlechte“ Figuren gelesen, sondern als zwei Menschen, die sich über Jahre aneinander verhärtet haben – und erst durch einen Schock wieder in Kontakt mit dem kommen, was darunter liegt: Angst, Einsamkeit, Schuld, Sehnsucht nach Nähe. Im Blick aufs Älterwerden traf das Thema einen Nerv: der Übergang in den Ruhestand, die Frage nach Sinn und gemeinsamer Zukunft, aber auch die bittere Erkenntnis, wie leicht man sich in Routinen einrichten kann, die Beziehung jedoch nicht mehr erreicht. Der Film wurde weniger als runde Auflösung wahrgenommen, sondern als Anstoß zum Nachdenken. In der Abstimmung erhielt er überwiegend 3 von 5 Kameras

⭐⭐⭐☆☆ (3 von 5 Kameras)


Österreich-Deutschland 2025, Drama, 123 Min., 
Regie: Neele Vollmar DarstellerInnen: Anke Engelke, Ulrich Tukur, u.a..

#AnkeEngelke #UlrichTukur #DannPassiertDasLeben #FILMTALK60plus #Filmbeirat60plus #CuratoriumAlternGestalten #Fernsehfilm #EheUndAlltag #Sprachlosigkeit #Ruhestand #SchuldUndTrauer #Neuanfang #Beziehungsdynamiken #AlternGestalten #GemeinschaftErleben

Ein herzlicher Dank gilt allen Gesprächsgästen des FILMTALK 60plus, deren persönliche Erfahrungen, kritische Einschätzungen und Offenheit den Austausch an diesem Nachmittag geprägt und vertieft haben.


🎬 Moderation: Christa Jordan 

🎙️ Organisation: Sabine L. Distler (Curatorium Altern gestalten) & Gäste 


📽️ Mehr zu zukünftigen Filmtalks auf:
👉 www.filmbeirat60plus.online


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FILMTALK 60plus: Dann passiert das Leben

20. Februar @ 17:00 17:45

FILMTALK 60plus mit kostenfreien Streaminglink

Dann passiert das Leben
Deutschland 2025, Drama, 123 Min., Regie: Neele Vollmar

Entdecke den FILMTALK 60plus – wir bringen das Kino und interessante Filmgespräche direkt nach Hause.

Am 20. Februar 2026, 17 Uhr setzen wir unsere FILMTALK-Reihe fort mit dem deutschen Drama Dann passiert das Leben von Regisseurin Neele Vollmar, das erst im November 2025 in die Kinos kam. Mit feinem Gespür für Zwischentöne und warmem Humor erzählt der Film von einem Ehepaar, dessen Alltag sich leise verändert – und davon, wie aus gewohnter Routine wieder ein echtes Miteinander entstehen kann. In den Hauptrollen überzeugen Anke Engelke und Ulrich Tukur, die der Geschichte große Authentizität und Tiefe verleihen.

Inhalt des Films: Hans war jahrzehntelang Pädagoge und steht als Schuldirektor kurz vor der Pensionierung. Die Ehe mit seiner Frau Rita wird durch eine eingespielte und ereignisarme Routine geprägt. Der gemeinsame Sohn Tom ist schon lange ausgezogen. Obwohl beide eine Unsicherheit verspüren, gibt es für Rita keinen Grund, etwas ändern zu wollen. Dann wird sie in einen nächtlichen Verkehrsunfall verwickelt, bei dem ein alkoholisierter Mann ums Leben kommt. Der Unfall stellt die Beziehung auf eine harte Probe.

Warum widmen wir uns diesem Film?
Dann passiert das Leben erzählt eine Geschichte, die viele Menschen jenseits der 60 unmittelbar berührt: den Übergang in eine neue Lebensphase, das Innehalten, das Hinterfragen eingespielter Rollen – und die Frage, wie Partnerschaft sich verändert, wenn der Alltag leiser wird.

Moderation: Sabine Finweg, FILM Beirat60plus
Co-Moderation: Sabine L. Distler, Curatorium Altern gestalten

Hinweis: Der FILMTALK 60plus ist ein moderiertes bundesweites Online-Format speziell für Menschen 60plus – offen, lebendig und auf Augenhöhe. Es sind keine Vorkenntnisse erforderlich – Freude am Filmgenuss und Interesse an der Auseinandersetzung des Filmstoffs genügen! Auch wer lieber zuhören möchte, ist herzlich willkommen. Wichtig: Für diese Veranstaltung stehen nur 50 exklusive Streaminglinks zur Verfügung!

So funktioniert der FILMTALK 60plus

Anmeldung: Eine Registrierung online, per E-Mail (dialog@alterngestalten.de) oder telefonisch (09152-92 88 400) genügt. Der Streaminglink und die Teilnahme am Filmgespräch ist kostenfrei.

Film-Link erhalten: Etwa fünf Tage vor dem Termin kommt ein exklusiver und kostenfreier Link, um den ausgewählten Film zuhause über eine Mediathek oder eine andere Plattform anzusehen.

Film in Ruhe anschauen: Der Film kann entspannt und im eigenen Tempo angesehen werden. Gedanken, Fragen oder Lieblingsszenen lassen sich bei Bedarf notieren.

Zugang zum FILMTALK: Am Veranstaltungstag steht vormittags der Zoom-Zugangslink bereit. Die Online-Diskussion beginnt um 17:00 Uhr.

Gemeinsam diskutieren: Beim FILMTALK 60plus entsteht ein Austausch mit Filmbegeisterten aus ganz Deutschland. Christa Jordan begleitet das Gespräch und sorgt für eine offene, angenehme Atmosphäre.

Aufzeichnung: Der FILMTALK 60plus wird aufgezeichnet und in Form eines Zusammenschnitts anderen Filminteressierten zur Verfügung gestellt.

Wir freuen uns auf eine anregende Diskussion und Ihre Gedanken zum Film.

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FILMTALK 60plus: Ich will alles. Hildegard Knef


Im Rahmen unseres FILMTALK 60plus haben wir den Dokumentarfilm „Ich will alles. Hildegard Knef“ von Luzia Schmid besprochen – ein filmisches Porträt einer Frau, die sich konsequent jeder Einordnung entzieht. Der Film lässt Hildegard Knef selbst zu Wort kommen und zeichnet ein Leben zwischen Weltstar und Ausgegrenzter, zwischen künstlerischem Ehrgeiz, öffentlicher Projektion und persönlicher Verletzlichkeit. Im Zentrum stehen Fragen nach Identität, Selbstbehauptung, dem Preis von Offenheit und dem Durchhalten in einem Leben, das von Angriffen, Sucht und Krankheit geprägt ist.

Der Film – Leben im Widerspruch

Im Mittelpunkt steht kein geschlossenes Lebensnarrativ, sondern ein offenes, widersprüchliches Selbstporträt. Gezeigt wird eine Künstlerin, die früh berühmt wird, scheitert, neu beginnt, provoziert und sich immer wieder der Öffentlichkeit aussetzt. Kriegserfahrungen, der Skandal um Die Sünderin, Hassbriefe, literarische Erfolge, schwere Krankheit, Sucht und Überforderung stehen gleichberechtigt neben Bühnenmomenten, Applaus und künstlerischer Selbstbehauptung. Der Anspruch, „alles“ zu wollen, erscheint dabei nicht als Pose, sondern als existenzielle Haltung: alles erleben, alles sagen, alles riskieren. Antworten liefert der Film nicht, aber er zeigt ein Leben in permanenter Spannung.


Das FILMTALK-Gespräch – Faszination, Ambivalenz und Erinnerung

Sabine L. Distler vom Curatorium Altern gestalten eröffnete das Gespräch und übergab Moderatorin Christa Jordan die Diskussion, die sich rasch von der Filmbetrachtung hin zu biografischen und gesellschaftlichen Fragen verlagert. Viele Teilnehmende schilderten starke emotionale Reaktionen: Mitgefühl, Bewunderung, Irritation. Immer wieder wurde Knefs Offenheit hervorgehoben – ihre Weigerung, sich zu schonen oder zu glätten, ihre Fähigkeit, Kritik auszuhalten und ihr Inneres öffentlich zu machen. Gleichzeitig wurde diskutiert, ob diese Offenheit Schutz war oder der Preis ihres Ruhms.

Mehrere Stimmen brachten persönliche Erinnerungen ein: an eine verehrte Figur der Elterngeneration, an frühe Bilder aus Medien und Presse. Andere entdeckten Knef erst durch den Film und waren überrascht von ihrer Klugheit, sprachlichen Präzision und philosophischen Tiefe. Die Aussagen der Tochter wurden als wichtiger, distanzierter Gegenpol wahrgenommen, der Nähe schafft, ohne zu idealisieren.

Filmisch wurde der Dokumentarfilm ambivalent beurteilt. Die Authentizität der Interviews und die Wucht der Persönlichkeit überzeugten, zugleich wurden Zeitsprünge, fehlende Einordnungen und Unübersichtlichkeit kritisch benannt. Das Fazit: Der Film ist nicht immer gelungen, aber die Person trägt ihn.


Eine Figur, die bleibt

Die FILMTALK-Runde war sich einig: Hildegard Knef fasziniert. Als Frau, die Tabus brach, als Künstlerin mit Gestaltungswillen, als öffentliche Figur, die Stärke und Verletzlichkeit zugleich sichtbar machte. Besonders im Kontext des Älterwerdens resonierte ihr Umgang mit Krankheit, Scheitern und öffentlicher Zuschreibung. Der Film wurde weniger als abgeschlossenes Porträt verstanden denn als Einladung, sich weiter mit dieser Zeit, dieser Frau und ihren Musik zu beschäftigen. In der Bewertung erhielt der Film überwiegend 3 von 5 Kameras.

Ein herzlicher Dank gilt allen Gesprächsgästen des FILMTALK 60plus, deren persönliche Erfahrungen, kritische Einschätzungen und Offenheit den Austausch an diesem Nachmittag geprägt und vertieft haben.


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FILMTALK 60plus: Ein Leben in Farbe

Im Rahmen des FILMTALK 60plus haben wir den Film Ein Leben in Farbe gesehen und diskutiert – ein Porträt der Künstlerin Eleanor, das sich konsequent einfachen Deutungen entzieht. Der Film löste sehr unterschiedliche Reaktionen aus: Begeisterung, Irritation, Ablehnung, Bewunderung. Klar wurde schnell: Dieser Film polarisiert – und genau darin liegt seine Kraft.


Der Film – Zwischen Provokation und Selbstentwurf

Ohne klassische Dramaturgie und ohne erklärende Einordnung nähert sich Ein Leben in Farbe der Künstlerin Eleanor. Der Film zeigt sie in Momentaufnahmen: körperlich präsent, kreativ, widersprüchlich, oft bewusst irritierend. Ihr Alltag in New York ist geprägt von Chaos und Konsequenz zugleich, von künstlerischer Arbeit, ungewöhnlichen Beziehungen und einer radikalen Orientierung am Jetzt. Biografische Hintergründe bleiben weitgehend offen – Herkunft, Familie, Lebensstationen werden nur angedeutet. So entsteht kein geschlossenes Porträt, sondern ein fragmentarisches Bild, das sich einfachen Zuschreibungen entzieht und die Zuschauer:innen mit offenen Fragen zurücklässt.


Das FILMTALK-Gespräch – lebendige Kontroverse, neue Sichtweisen

Sabine L. Distler von Curatorium Altern gestalten eröffnete das Gespräch und führte gemeinsam mit Moderatorin Christa Jordan durch eine Diskussion, die von Beginn an von großer Lebendigkeit und gegenseitigem Respekt geprägt war. Die Runde reagierte sehr unterschiedlich auf den Film: von Begeisterung über Ratlosigkeit bis hin zu deutlicher Ablehnung. Gerade diese Spannbreite machte den Austausch besonders intensiv.

Viele Stimmen beschrieben Eleanor als schwer einzuordnende Figur: egozentrisch und dominant für die einen, radikal frei und konsequent für die anderen. Die fehlenden Hintergrundinformationen wurden teils als Mangel, teils als bewusste Offenheit gelesen. Statt sich auf eine gemeinsame Bewertung zu verständigen, öffneten Nachfragen, Widerspruch und Weiterdenken immer wieder neue Sichtweisen auf den Film.

Zentrale Gesprächspunkte waren Eleanors Umgang mit dem Tod, ihre chaotische Lebensweise, die Beziehung zu einem deutlich jüngeren Mann und ihr offenes Spiel mit Körperlichkeit und Eitelkeit. Besonders die Schlussszene – Eleanor tanzend, mit nacktem Oberkörper – wirkte als Brennpunkt der Diskussion: für manche befremdlich, für andere ein kraftvolles Statement von Freiheit und Selbstbehauptung.

Christa Jordan lenkte den Blick immer wieder auf die zugrunde liegende Frage, die den Abend prägte: Was bedeutet Würde im Alter – und wer entscheidet darüber? Die Runde machte deutlich, dass Ein Leben in Farbe Erwartungen bewusst unterläuft und damit gängige Altersbilder infrage stellt.


Ein Film, der irritiert

Die FILMTALK-Runde war sich einig: Ein Leben in Farbe ist kein leicht zugänglicher Film, aber einer, der arbeitet. Er erklärt nicht, er versöhnt nicht – er provoziert und regt zum Weiterdenken an. Die Auseinandersetzung zeigte, wie produktiv ein Film sein kann, der keine Antworten liefert, sondern Reibung erzeugt und zur Selbstbefragung einlädt: über Freiheit, Anpassung, Verletzlichkeit und die Möglichkeit, im Alter eigene Wege zu gehen.

Ein herzlicher Dank gilt allen Gesprächsgästen des FILMTALK 60plus, deren Offenheit, unterschiedliche Positionen und respektvolle Diskussionskultur diesen Austausch getragen und bereichert haben.


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Warum der FILMTALK 60plus sehenswert ist

Der FILMTALK 60plus bietet eine einzigartige Gelegenheit, Filme aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten und tiefer in die Materie einzutauchen. Die FILM Beiräte60plus liefern durch ihre unterschiedlichen Hintergründe und ihre gemeinsame Leidenschaft für Film eine bereichernde Diskussion, die sowohl informativ als auch unterhaltsam ist. Für alle Filmliebhaber und diejenigen, die tiefer in die Welt des Kinos eintauchen möchten, ist der FILMTALK sehenswert. Er bietet nicht nur eine Analyse eines bedeutenden Films, sondern auch eine Plattform für den Austausch von Gedanken und Ideen, die über den Film hinausgehen.Schalten Sie ein und lassen Sie sich von von uns auf eine filmische Reise mitnehmen, die Ihnen neue Einsichten und ein tieferes Verständnis für die Kunst des Films bietet.


FILMTALK 60plus: Mein Weg – 780 km zu mir

21. November 2025 @ 16:00 16:45

FILMTALK 60plus mit kostenfreien Streaminglink

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Mein Weg – 780 km zu mir
Drama / Roadmovie, AUS 2024, 98 Min., FSK: ab 12, Regie: Bill Bennett

Der australische Filmemacher Bill Bennett (Chris Haywood) ist an einem Punkt in seinem Leben angekommen, an dem vieles infrage steht. Kurzerhand beschließt er, den Jakobsweg nach Santiago de Compostela zu gehen – 780 Kilometer zu Fuß, mit angeschlagenem Knie, wenig Vorbereitung und vielen Zweifeln im Gepäck.  Unterwegs trifft er auf Mitpilger:innen, die ihre eigenen Brüche und Lebensgeschichten mitbringen. In humorvollen, manchmal peinlichen, dann wieder sehr stillen Momenten wächst Bill an seinen Grenzen – körperlich wie innerlich. Der Film zeigt eindrucksvolle Landschaftsbilder entlang des Camino de Santiago und erzählt zugleich eine persönliche Geschichte über Älterwerden, Neuanfang und die Frage: Was trägt mich wirklich weiter?

„Mein Weg – 780 km zu mir“ basiert auf Bennetts autobiografischem Bestseller „The Way, My Way“.  Wir widmen uns diesem Film, weil er auf eindrucksvolle Weise zeigt, wie mutig, humorvoll und sinnstiftend Aufbruch und Selbstfindung auch im späteren Leben sein können – Themen, die im FILMTALK 60plus immer wieder bewegen und verbinden.

Moderation: Christa Jordan, FILM Beirat60plus
Co-Moderation: Sabine L. Distler, Curatorium Altern gestalten

Hinweis: Der FILMTALK 60plus ist ein moderiertes Online-Format speziell für Menschen 60plus – offen, lebendig und auf Augenhöhe. Es sind keine Vorkenntnisse erforderlich – Freude am Filmgenuss und Interesse an der Auseinandersetzung des Filmstoffs genügen! Auch wer lieber zuhören möchte, ist herzlich willkommen. Wichtig: Für diese Veranstaltung stehen nur 80 exklusive Streaminglinks zur Verfügung!

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Anmeldung: Eine Registrierung online, per E-Mail (dialog@alterngestalten.de) oder telefonisch (09152-92 88 400) genügt. Der Streaminglink und die Teilnahme am Filmgespräch ist kostenfrei.

Film-Link erhalten: Etwa fünf Tage vor dem Termin kommt ein exklusiver und kostenfreier Link, um den ausgewählten Film zuhause über eine Mediathek oder eine andere Plattform anzusehen.

Film in Ruhe anschauen: Der Film kann entspannt und im eigenen Tempo angesehen werden. Gedanken, Fragen oder Lieblingsszenen lassen sich bei Bedarf notieren.

Zugang zum FILMTALK: Am Veranstaltungstag steht vormittags der Zoom-Zugangslink bereit. Die Online-Diskussion beginnt um 16:00 Uhr.

Gemeinsam diskutieren: Beim FILMTALK 60plus entsteht ein Austausch mit Filmbegeisterten aus ganz Deutschland. Christa Jordan begleitet das Gespräch und sorgt für eine offene, angenehme Atmosphäre.

Wir freuen uns auf eine anregende Diskussion zum Film.

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Veranstalter

FILMTALK 60plus: Ein Leben in Farbe

12. Dezember 2025 @ 16:00 16:45

FILMTALK 60plus mit kostenfreien Streaminglink

Entdecke den FILMTALK 60plus – wir bringen das Kino und interessante Filmgespräche direkt nach Hause.

Ein Leben in Farbe
Österreich 2025, Regie: Axel Stasny, 71 Min.

Die Dokumentation porträtiert die 92-jährige Eleanor Ambos – eine außergewöhnliche, lebenshungrige Frau, die sich nicht in gängige Vorstellungen vom Alter einordnen lässt. Farbvoll, impulsiv und ungewohnt frei gestaltet sie ihren Alltag, während hinter ihrer energiegeladenen Art auch brüchige Lebensmomente und alte Verletzungen sichtbar werden. Der Film zeigt ein kraftvolles, widersprüchliches und zutiefst menschliches Bild vom Älterwerden – fernab von Klischees und voller Überraschungen.

Warum wir uns diesem Film widmen:
„Ein Leben in Farbe“ lädt dazu ein, ein erweitertes und vielfältigeres Bild vom Alter zu entdecken. Er macht Mut, eigene Lebenswege sichtbar zu machen und zeigt, wie reich, widersprüchlich und inspirierend das Alter sein kann – genau deshalb bereichert er unsere Arbeit und den Austausch im FILMTALK 60plus.

Moderation: Christa Jordan, FILM Beirat60plus
Co-Moderation: Sabine L. Distler, Curatorium Altern gestalten

Hinweis: Der FILMTALK 60plus ist ein moderiertes Online-Format speziell für Menschen 60plus – offen, lebendig und auf Augenhöhe. Es sind keine Vorkenntnisse erforderlich – Freude am Filmgenuss und Interesse an der Auseinandersetzung des Filmstoffs genügen! Auch wer lieber zuhören möchte, ist herzlich willkommen. Wichtig: Für diese Veranstaltung stehen nur 80 exklusive Streaminglinks zur Verfügung!

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Film in Ruhe anschauen: Der Film kann entspannt und im eigenen Tempo angesehen werden. Gedanken, Fragen oder Lieblingsszenen lassen sich bei Bedarf notieren.

Zugang zum FILMTALK: Am Veranstaltungstag steht vormittags der Zoom-Zugangslink bereit. Die Online-Diskussion beginnt um 16:00 Uhr.

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FILMTALK 60plus: Ich will alles – Hildegard Knef

16. Januar @ 16:00 16:45

FILMTALK 60plus mit kostenfreien Streaminglink

Ich will alles – Hildegard Knef
Deutschland 2025, Dokumentarfilm, 98 Min., Regie: Luzia Schmid

Entdecke den FILMTALK 60plus – wir bringen das Kino und interessante Filmgespräche direkt nach Hause.

Die Dokumentation  widmet sich einer der außergewöhnlichsten Persönlichkeiten des deutschsprachigen Kulturlebens. Hildegard Knef – Schauspielerin, Sängerin, Autorin und Jahrhundertfrau – bewegte sich über fünf Jahrzehnte hinweg zwischen internationalem Ruhm, persönlichem Scheitern und immer neuen künstlerischen Neuanfängen. Der Film zeichnet ein vielschichtiges Porträt dieser bemerkenswerten Frau, die sich trotz aller Widerstände selbst treu blieb und ihr Leben mit Mut, Kreativität und radikaler Offenheit führte.

Archivmaterial, Interviews und ihre eigene Stimme verweben sich zu einem kraftvollen Dokumentarfilm über eine Künstlerin, die nie stillstand – und die mit ihrem berühmten Satz „Ich will alles“ eine ganze Generation prägte.

Warum widmen wir uns diesem Film?
Weil Hildegard Knef mit ihrem Lebensweg eindrucksvoll zeigt, dass Kreativität, Selbstbestimmung und der Mut zur Neuorientierung nicht an Alter, Krisen oder gesellschaftliche Erwartungen gebunden sind. Ihr Lebenswerk inspiriert dazu, weiterzugehen, weiterzudenken und sich immer wieder neu zu erfinden – Themen, die im FILMTALK 60plus eine besondere Resonanz finden.

Moderation: Christa Jordan, FILM Beirat60plus
Co-Moderation: Sabine L. Distler, Curatorium Altern gestalten

Hinweis: Der FILMTALK 60plus ist ein moderiertes Online-Format speziell für Menschen 60plus – offen, lebendig und auf Augenhöhe. Es sind keine Vorkenntnisse erforderlich – Freude am Filmgenuss und Interesse an der Auseinandersetzung des Filmstoffs genügen! Auch wer lieber zuhören möchte, ist herzlich willkommen. Wichtig: Für diese Veranstaltung stehen nur 80 exklusive Streaminglinks zur Verfügung!

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Film-Link erhalten: Etwa fünf Tage vor dem Termin kommt ein exklusiver und kostenfreier Link, um den ausgewählten Film zuhause über eine Mediathek oder eine andere Plattform anzusehen.

Film in Ruhe anschauen: Der Film kann entspannt und im eigenen Tempo angesehen werden. Gedanken, Fragen oder Lieblingsszenen lassen sich bei Bedarf notieren.

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Gemeinsam diskutieren: Beim FILMTALK 60plus entsteht ein Austausch mit Filmbegeisterten aus ganz Deutschland. Christa Jordan begleitet das Gespräch und sorgt für eine offene, angenehme Atmosphäre.

Wir freuen uns auf eine anregende Diskussion und Ihre Gedanken zum Film.

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Veranstalter

FILMTALK 60plus: Mein Weg – 780 km zu mir


 Im Rahmen unseres FILMTALK 60plus haben wir den Film „Mein Weg – 780 km zu mir“ besprochen – eine Pilgergeschichte, die einen älteren Mann auf dem Jakobsweg begleitet und Fragen nach Sinnsuche, Veränderung und Durchhaltewillen im späteren Lebensalter stellt. Im Zentrum steht Bill zugleich Hauptdarsteller, Drehbuchautor und Regisseur, der sich ohne großes Pathos, aber mit viel Gepäck – äußerlich wie innerlich – auf den Camino macht und unterwegs auf Mitpilger:innen, körperliche Grenzen und alte Beziehungsmuster trifft.


Der Film – Zwischen Sinnsuche und Camino-Postkarte

Mit wenig Vorbereitung, körperlichen Einschränkungen und einer spürbaren inneren Unruhe bricht Bill auf. Er weiß zu Beginn selbst nicht genau, warum er läuft, nur dass er „gehen muss“. Die Kamera begleitet ihn durch Dörfer, Herbergen und über Pässe, zeigt Kniebandagen und schmerzverzerrte Momente ebenso wie die stillen Abende mit anderen Pilger:innen. Zugleich fängt sie Momente ein, in denen er versucht, vertraute Muster hinter sich zu lassen, Verantwortung zu übernehmen und allmählich zu begreifen, wonach er auf diesem langen Weg eigentlich sucht. Am Ende erreicht er Santiago – doch die erhoffte Antwort auf die Frage, wer er nach den 780 Kilometern geworden ist, bleibt offen.


Das FILMTALK-Gespräch – kritische Distanz, geteilte Erfahrungen, klare Haltungen

Sabine L. Distler vom Curatorium Altern gestalten eröffnete das Gespräch und führte gemeinsam mit Moderatorin Christa Jordan durch eine Diskussion, die sich rasch vom reinen Filmeindruck hin zu persönlichen Camino-Erfahrungen, Altersbildern und Fragen der Glaubwürdigkeit verlagerte. Die Runde war vielfältig besetzt: Menschen, die den Camino selbst gegangen sind, langjährige Cineast:innen und Neueinsteiger – alle brachten differenzierte Perspektiven ein.

Viele Stimmen beschrieben Bill als schwer zugängliche Figur: oberflächlich erzählt, emotional wenig greifbar und in seiner behaupteten Wandlung kaum überzeugend. Gleichzeitig wurden kleine Momente der Annäherung gewürdigt – eine Entschuldigung, ein zurückgegebenes Handtuch, der Wechsel des Wanderstocks. Diese Ambivalenz prägte das gesamte Gespräch: Kritik an der Inszenierung, aber Interesse an den Fragen, die der Film aufwirft.

Wiederholt rückten jene Passagen in den Vordergrund, in denen der Film ohne Worte auskommt. Landschaft, Musik und symbolische Motive – die Schnecke, der Stock, das Handtuch – entfalten still ihre Wirkung.

Christa Jordan betonte, dass der Film trotz seiner erzählerischen Schwächen eine Kernbotschaft transportiert, die im Alter besondere Resonanz findet: den Mut, vertraute Muster zu verlassen. Die Gruppe griff diesen Gedanken auf und formulierte deutlich, wie wichtig es sei, große Wünsche im Alter zu verfolgen – selbst dann, wenn das Umfeld sagt „Du spinnst“.


Ein Film, der Fragen öffnet

Die FILMTALK-Runde war sich einig: „Mein Weg – 780 km zu mir“ ist kein filmisches Meisterwerk, aber ein Film, der Fragen sichtbar macht: nach Glaubwürdigkeit, nach innerer Bewegung, nach dem Gewicht biografischer Last und nach der Freiheit, dennoch weiterzugehen. Bei der Bewertung erhielt der Film nur 3 von 5 Kameras. Die Diskussion zeigte, wie produktiv ein Film sein kann, der erzählerisch nicht vollständig einlöst, was er verspricht.

Ein herzlicher Dank gilt allen Gesprächsgästen des FILMTALK 60plus, deren persönliche Erfahrungen, kritische Einschätzungen und Offenheit den Austausch an diesem Nachmittag geprägt und vertieft haben.


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